Willkommen im Blog von faircustomer.ch





Twitter und Facebook für einen Onlineshop – ein Selbstversuch

Jeder redet davon, kaum jemand versteht es wirklich und doch kann man als Online-Startup eigentlich nicht zurückstehen: Also sind wir dabei, seit April nutzen wir als Faircustomer aktiv Twitter und Facebook. Ein Interview einer Studentin zu unseren Erfahrungen ist ein Anlass, einmal Bilanz zu ziehen.

faircustomer-link-zu-twitter-und-facebook

Zunächst einmal subjektiv:

Ich hatte die ersten Facebookversuche mit dem Schwimmen in unbekannten Gewässern verglichen, einerseits schön und vertraut (zumindest, wenn man schon Blogerfahrung hat), andererseits aber auch ein bisschen unheimlich, weil man sich noch weiter öffnet und damit auch Angriffsfläche bietet. An dieses Gefühl gewöhnt man sich und es ist schliesslich jedem selbst überlassen, wieviel man auch über die eigene Person preisgibt. Das ist bei Twitter sogar noch einfacher, man hat den Eindruck, es werde so viel Unsinn getwittert, dass die Worte nicht auf die Goldwaage gelegt werden. Das kann allerdings ein gefährlicher Trugschluss werden, immerhin ist Twitter durchsuchbar und auch nach langer Zeit kann einem alles zugeordnet werden. Zu der subjektiven Seite gehört auch, dass beides zu einem ungeheuren Zeitfresser werden kann, immer mal wieder schnell bei Twitter reinschauen kostet in der Summe schnell viel Arbeitszeit….

Und dann objektiv, wofür ist es gut?

Fanpage von Faircustomer bei Facebook

Fanpage von Faircustomer bei Facebook

Da muss man wohl unterscheiden. Die Facebookseite generiert nicht nur Klicks auf der Homepage, sondern tatsächlich auch Verkäufe. Aus einer Kundenbefragung wissen wir auch, dass die “Fans” die regelmässigen Updates schätzen, solange sie nicht ein reines Werbe- und Marketinggeschwafel sind. Allerdings ist es viel schwieriger als gedacht eine echte Kommunikation in Gang zu bringen, noch halten sich Kommentare in Grenzen. Die echte Klippe ist es jedoch neue Fans zu gewinnen. Innerhalb von Facebook werden Menschen nur aufmerksam, wenn es ihnen von ihren Freunden direkt mitgeteilt wird. Und warum sollte man das tun? Es funktioniert eigentlich nur dann erfolgreich, wenn ein Gewinn, ein cooles Spiel oder wirklich ein Thema wie die Wahlen im Iran locken, warum sollte man sich sonst die Mühe machen? Der Link zur Facebookseite steht auf der Homepage von Faircustomer, das wird aber offenbar nur von wenigen genutzt. Daher muss man vermutlich über Anzeigen bei facebook selber nachdenken, man braucht ein Marketingbudget und nicht nur Arbeit, um Fanzahlen bei Facebook wachsen zu lassen.

Profil von Faircustomer bei Twitter

Profil von Faircustomer bei Twitter

Anders ist das bei Twitter. Dort treffen sich erstaunlich schnell Menschen mit ähnlichen Interessen und die Zahl der Follower wächst “von alleine”. Es ist recht einfach, sich in bestimmten Themen zu profilieren (bei uns Nachhaltigkeit generell und Fairtrade). Man leitet interessante tweets anderer weiter (unter Namensnennung!), verlinkt auf Informationen, die man anderswo im Web gefunden hat, schreibt nicht zu viel belangloses Zeug (es sei denn, es ist witzig) und schaut sich an, wer es ist, der da als neuer “Follower” in Erscheinung tritt.

Das Netzwerk ist spannend, es ist faszinierend mit welcher Geschwindigkeit sich Menschen finden, die Fragen beantworten. Die Informationen die man bekommt sind wirklich hilfreich aber verkaufen? Fehlanzeige! Warum? Zum einen vielleicht, weil wir zur Zeit noch sehr selten auf unsere Produkte hinweisen, denn man will nicht nerven und muss eine Balance zwischen Eigenwerbung und Kommunikation erarbeiten. Zum zweiten kommen viele Follower aus Deutschland, England und den USA, schlecht als Schweizer Shop an die zu verkaufen. In der Schweiz nutzen bisher vor allem technikbegeisterte Männer Twitter (davon kann man sich hier überzeugen), das deckt sich nicht wirklich mit der Kundenzielgruppe von Faircustomer. Es gibt auch Produkte, die sich vermutlich nie gut über Twitter verkaufen lassen. Bei der Nutzung von Twitter ist man sehr auf Text fokussiert, man muss aktiv auf  (durch tinyurl oder ähnliches verschlüsselte) Links klicken um zu einem Angebot zu gelangen. Das wird funktionieren bei Markenartikeln die man kennt, bei besonderen Sonderangeboten, eingeführten Lifeshoppingseiten und auch bei einer spezialisierten Seite wie “Filme für die Erde“. Bei Artikeln aber die man eigentlich gesehen haben muss, die viel mehr den Bauch als den Kopf ansprechen ist die Tatsache, dass man die angehängten Bilder nicht zumindest in einer Vorschau sieht ein echter Nachteil.

Tja, und da liegt für uns trotz der viel kleineren “Fangemeinde” bei Facebook der echte Mehrwert. Die Faircustomerseite bei Facebook sieht gut aus, vermittelt etwas von uns, unseren Händlern und unseren Produkten und erlaubt damit einen emotionalen Zugang.  Zeit über ein Marketingbudget für Facebook nachzudenken?

Wer hat ähnliche oder ganz andere Erfahrungen und was sagen die Marketinggurus zu den Ergebnissen dieses Selbstversuchs?

Update 20.7.09: Via Twitter bin ich auf  interessante Tipps gestossen, wie kleine Firmen Twitter nutzen (auf englisch): 137 Twitter Tips – How Small Businesses Get The Most From Twitter http://bit.ly/XenTq (via trustedshops @Strotmann)

Tags: ,

8 Antworten zu “Twitter und Facebook für einen Onlineshop – ein Selbstversuch”

  1. Matze sagt:

    Die gleichen Erfahrungen mach ich im Moment auch gerade ;)
    Mal schauen was aus der Facebook-Seite wird…
    Twitter überfordert mich aufgrund der Unmengen von “Informationen” noch etwas :( damit werd ich mich aber ab morgen mal etwas genauer beschäftigen…aber ihr habt absolut recht: es ist schwer darüber etwas zu verkaufen ohne ständig Werbung zu machen…schließlich liest das dann auch irgendwann keiner mehr…gruß

  2. Sabine Wahl sagt:

    Wir haben auch eine Twitter Seite eingerichtet, aber ehrlich gesagt, verstehen wir das ganze nicht so ganz. Die Frage ist doch, wie kommt man an Follower – es gibt ja keine Gemeinschaft auf twitter, die sich z.B. mit gutem Holzspielzeug beschäftigt.

  3. Matze sagt:

    @ Sabine:
    Also das mit den Followern ist wirklich keine einfache Sache. Ich habs so gemacht, dass ich immer einfach geschaut hab welche Leute sich für unsere Produkte interessieren könnten und denen dann gefolgt bin. Die Meisten folgen einem dann auch. Man muss halt noch interessante Messages schreiben.
    Also hier kann man nach Themen/Begriffen in den Profilen suchen: http://twitter.grader.com/search (da steht ja meistens drin: interessiere mich für…) und hier nochn paar tipps: http://klauseck.typepad.com/pr.....h-twi.html
    hf with twitter ;)

  4. Amei sagt:

    Mit den Followern bei Twitter fanden wir es nicht so schwierig wie bei Facebook. Allerdings ist es tatsächlich so, dass wir rund um unsere Themen twittern, also Fairtrade, Nachhaltigkeit, Start Up, Zürich … und nicht permanent nur erzählen, was wir für tolle Produkte haben. Wenn man dann selbst die Auffindbarkeit erleichtert, in dem man beispielsweise das Thema seines Tweets mit einem #hashtag kennzeichnet, finden einen auch andere, die sich für das gleiche Thema interessieren. Tja und dann ist es wie im echten Leben auch: Kommunikation entsteht nur dann, wenn man selbst nicht nur auf Sendung ist, sondern auch zuhört und antwortet…
    Ich folge übrigens auch den guten Beispielen, über die man immer mal liest wie z.B. @etsy, irgendwann meine ich bekommt man ein Gefühl für die Mischung. Aber es bleibt dabei, ich glaube nicht, dass wir über twitter viel verkaufen können, da geht es eher um das Vernetzen…
    Übrigens findet man uns unter @faircustomer ;-)

  5. Twitter im Einsatz von Shopbetreibern » Twitter, Nachrichten, Euch, User, Dialog, Anderen » ShopTrainer sagt:

    [...] 3.) Twitter und Facebook für einen Onlineshop – ein Selbstversuch [...]

  6. Markus Schall sagt:

    Hallo aus Oldenburg! Einen schönen Artikel hast Du da geschrieben, der sich in vielen Punkten mit unseren Erfahrungen deckt. Wer mag, darf natürlich auch uns auf http://twitter.com/macxperts folgen.

    Zum Thema des Blogs: Apple hat einen großen Sprung gemacht und wird von Greenpeace jetzt als “grünster” IT-Hersteller bezeichnet :)

  7. Matze sagt:

    @ Amei: Hast vollkommen recht, bei Facebook ist es auf jeden Fall noch um einiges schwieriger Follower zu finden und auch zum Thema “Verkaufen” über Twitter kann ich dir nur zustimmen: Informieren: “Ja” viel verkaufen: (eher)”Nein”
    Gruß Matze

  8. Susem sagt:

    ja das ist alles sehr zeitaufwendig… Habe auch gerade eine Facebook-Seite eingerichtet und auch einen twitteraccount… Auch hier kann gern gefolgt werden :-) https://twitter.com/furnissimode . Und hier: http://www.expo-ip.com finden ab und an gute Veranstaltungen statt! Grüße aus Leipzig

Hinterlasse eine Antwort

Powered by WordPress ( WordPress Deutschland )