Startupcamp Switzerland 09
Amazee, Sun, die Fachhochschule Nordwestschweiz und andere hatten gerufen und 160 Gründer, Investoren, Möchte-Gern Gründer und andere versammelten sich für einen Tag in Basel.
Hart war der Beginn, schon um 7.24 (an einem Samstag!) traf sich eine Truppe von Hartgesottenen am Zürcher Bahnhof (sonst holen einen doch nur die Berge am Wochenende so früh aus dem Bett).
Peter Hogenkamp vom Blogwerk führte in die Veranstaltung ein und erklärte den Ablauf, seine Regel Nr. 1 wird hiermit erfüllt:
Anders als sonst bei Barcamps üblich, gab es einen “Keynotespeaker”, den Inder Suhas Gopinath, der bereits mit 14 CEO einer eigenen Firma wurde (und deshalb von Indien in die USA reisen musste, denn in Indien war er zu jung eine Firma zu gründen). Heute ist er 22, wurde gerade in Davos zum Young Global Leader gekürt und führt eine Firma mit Büros in 11 Ländern (Globals Inc).
Anders als andere fand ich das Interview mit ihm den inspirierensten Teil des ganzen Tages. Es war schwer zu verstehen, was an dem zu leisen Mikro lag, den vielen Nebengeräuschen, der Tatsache dass er sehr schnell sprach und für uns die indische Aussprache ungewohnt ist, trotzdem hat er für mich die entscheidenden Dinge gesagt. Egal ob aufstrebender Unternehmer im Web oder örtlicher Malermeister: Letztlich kommt es auf den Willen, die Beharrlichkeit und das Durchstehvermögen an.
Er erzählte nette Geschichten davon, wie er als 14jähriger seinen ersten Mitarbeiter anstellte, der 10 Jahre älter war. Wie er mit einer falschen Mailadresse amerikanischen KMUs einen Handel mit Indien anbot, der dann platzte, weil diese Firmen keine Webseite hatten und zufällig bekamen sie ein paar Tage später ein konkurrenzlos günstiges Angebot seiner Firma eine Webseite zu erstellen… Als er bereits seine erste Million gemacht hatte, bekam er noch immer Taschengeld von seinem Vater. Und als er als Gast vor dem europäischen Parlament auftreten sollte, musste er den Pass vorzeigen, weil die Sicherheitsbeamten ihm nicht glauben wollten, dass dieser youngster der erwartete Ehrengast sei.
Entscheidend waren aber eigentlich 3 Sätze von ihm zu dem Grund seines Erfolgs: “I did not have anything to loose, when I started.” Er hatte nichts zu verlieren als er anfing (und hat es heute noch nicht, da er keine Familie zu unterhalten hat). “I never accepted a no for a no”, er akzeptierte niemals ein nein, sondern versuchte es immer wieder. “Stay focused and stick to your values”. Sei zielstrebig und bleibe Deinen eigenen Werten treu.
Am Ende des Tages werden es vor allem diese Dinge sein die entscheiden, wer von uns Gründern in Basel Erfolg haben wird.
Es gab noch viele interessante Sessions, viele interessante neue und die Gelegenheit, alte Kontakte aufzufrischen. Jetzt haben wir auch alle ein Poken, und damit die rituelle Visitenkartenübergabe um eine elektronische Variante erweitert.
Auffallend war wieder die geringe Anzahl von Frauen bei solchen Veranstaltungen. Inzwischen sind ja längst viele Frauen in Webunternehmen, aber bei solchen Veranstaltungen hoffnungslos in der Unterzahl. Und das gilt leider noch viel mehr für Schweizer Frauen, denn die meisten, mit denen zumindest ich mich unterhalten habe, kamen aus Deutschland, der ehemaligen Tschecheslovakei, aus den USA, aber nicht aus Genf, Graubünden oder Winterthur….
Schade eigentlich….
Die Bilder habe ich auch bei Flickr gepostet und wenn man dort nach startupcamp Switzerland sucht, findet man noch mehr. Weitere Blogeinträge werden gesammelt auf der Projetseite von amazee.
Tags: Internet, Photos, startupcamp Switzerland 09











02. Februar 2009 um 08:04
Da waren wir von Wuala mit 4 Frauen und 2 Mänern ja ziemlich stark vertreten, finde ich
Ein grosser Vorteil für “Exoten” in einer Masse ist immer: Sie bekommen mehr Aufmerksamkeit. Wenn das Ziel der Veranstaltung also Networking ist, sollte sich die Damenwelt vielleicht freuen noch immer zu den Exoten an solchen Veranstaltungen zu gehören und für die nötige Aufmerksamkeit nicht einmal auf Poken zurückgreifen zu müssen
Bei uns gibts übrigends auch ziemlich viele Bilder in der Gruppe StartupCamp.
02. Februar 2009 um 08:27
Vielen Dank Amei für den interessanten Blogbeitrag! Die drei Sätze von Suhas, die du rausgepickt hast, werde ich mir glaub gross hinter die Ohren schreiben
Schön, dass du dich auch für den nächsten Web Monday Zürich angemeldet hast, bis dann!
02. Februar 2009 um 10:38
@ Andi: Und wie viele der Wuala-Frauen kommen aus der Schweiz?
Ärgern tut es mich nicht, im Gegenteil, nach 9 Jahren auf einer reinen Mädchenschule ist es ja sogar ganz schön, sich in einer nicht frauendominierten Welt zu bewegen. Ich frage mich nur, warum es so ist und kann als eine der exotischen Exotinnen (Frau + über 35 + inhaltlich und nicht technisch getriebenes Startup) nur konstatieren, dass es nicht daran liegt, weil niemand einen haben will und man weggebissen wird. Also muss wohl ein wichtiger Grund bei den Frauen selbst liegen… (Aber damit kann man Bücher füllen)
@ Dania: Es ist schon spannend, wie unterschiedlich die Eindrücke nach einer solchen Veranstaltung sind, Danke für die Zusammenstellung der Blogbeiträge bei amazee!
12. Februar 2009 um 21:26
Mich würde es auch sehr interessieren, wieviele Nationalitäten letztendlich in die schöne Swiss gekommen sind
War die Veranstaltung nur auf Einladung oder konnte man sich selber anmelden und dann auf eigene Faust in die Schweiz reisen?
Denn das hätte mich schon sehr interessiert. Klasse, dass du dabei gewesen bist und immerhin ausführlich berichtet hast!
14. Februar 2009 um 00:45
Die Frage werde ich an die Organisatoren weiterreichen, ich bezweifle aber, dass irgendjemand da einen Überblick hat. Ich persönlich weiss von Tschechien, USA, Finnland, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Indien, aber es werden sicher noch mehr gewesen sein. Wobei die meisten Start Ups aus der Schweiz und Deutschland kamen, soweit ich das überblicken kann, die Gründer und Mitarbeiter sind einfach ein sehr bunter Haufen…
18. März 2010 um 12:48
Vielen Dank Amei für den interessanten Blogbeitrag! Die drei Sätze von Suhas, die du rausgepickt hast, werde ich mir glaub gross hinter die Ohren schreiben