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Nutec in Frankfurt: Die erste Messe zum cradle to cradle Prinzip in Deutschland

Vom 12. – 14. November findet in Frankfurt eine Messe statt, die wirklich spannend zu werden verspricht. Es geht um das cradle to cradle Prinzip, das in Amerika schon die Federal Mail dazu bewegt, Verpackungsmaterialien auszutauschen, in den Niederlanden zu großen öffentlichen Debatten führt und Kommunen dazu bringt, ihr Einkaufsverhalten zu verändern, in Deutschland dagegen weitgehend unbekannt ist (noch nicht einmal Spiegel Online kann mehr als die Verweise zur Wikipedia vorweisen):

Worum es geht, wird auf der Homepage der Nutec beschrieben:

“Können Produkte und Materialien gesund für Menschen und Umwelt sein, Funktionalität und Ästhetik vereinen, in jeder Beziehung fair hergestellt werden – und wirtschaftlichen Erfolg bringen?

Die Antwort lautet: ja. Durch intelligentes Produktdesign können Verbrauchs- und Gebrauchsgüter von Anfang an so konzipiert werden, dass ihre Inhaltsstoffe nutzbringend sind. So können Produkte und Materialien als „technische“ oder biologische Nährstoffe in Kreisläufen zirkulieren und nahezu unbegrenzt wiederverwendet werden. Quer durch alle Branchen!

Eine grundlegend neue Herangehensweise zur Herstellung ökologisch intelligenter Produkte, die zu einer umfassenden Produktqualität führt und eine nahezu 100% ige Wiederverwertung aller Inhaltsstoffe ermöglicht – anstatt diese als Abfall zu deponieren, zu verbrennen oder irgendwie zu recyceln.

In der Praxis sieht das beispielsweise so aus: Haushaltsgeräte, Radios oder Fernseher werden nicht mehr käuflich erworben sondern an Kunden verliehen, um nach Ablauf der vereinbarten Nutzungszeit wieder in ihre technischen Nährstoffe zerlegt zu werden; Teppiche oder Sitzbezüge sind kompostierbar, biologisch kreislauffähig und flammhemmend zugleich, Verpackungen können bedenkenlos in die Landschaft geworfen werden.

Gemeinsam mit der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH und Prof. Dr. Michael Braungart schafft die Messe Frankfurt mit der Nutec erstmals eine Plattform für den Einsatz von Materialien, Produkten und Dienstleistungen in einem völlig neuen Ansatz.

Nutec steht für Nutrients, Upcycling, Triple Topline, Effectiveness, Community – Schlüsselbegriffe einer innovativen Produkt-Philosophie, die neue Dimensionen von Qualität, Sicherheit und Design vereint.”

Die beiden Väter des Prinzips sind der US-amerikanische Architekt und Designer William McDonough und der deutsche Chemiker Michael Braungart, deren Buch Einfach intelligent produzieren, in diesem Jahr mit in meine Ferien fuhr. Der Ansatz ist einleuchtend und zukunftsträchtig und das Spannendste daran ist vielleicht, dass auch ohne den Druck der öffentlichen Meinung, ohne staatlich verordnete Zwangsabgaben sich an verschiedenen Stellen in der Industrie die ersten auf den Weg zu machen scheinen. Rohstoffe werden knapper und teurer, das hat sich in Konstruktionsbüros und Labors herumgesprochen.

Und so begegnet man inzwischen dem Flugzeugsitz, dessen Bezug kompostierbar ist, dem Haarshampoo, das bis hin zur Flasche aus nachwachsenden Rohstoffen produziert wurde und dem Frotteehandtuch, das am Ende seiner Tage ebenfalls auf den Komposthaufen wandern kann, da es mit ungiftigen Farben bedruckt ist und auf Kunststofffäden und -etiketten verzichtet wurde.

Und vielleicht kann ich dann auch irgendwann meinen PC zurückgeben, der dann in seine Einzelteile zerlegt und neu zusammengesetzt einen neuen Rechner ergibt und nicht so endet, wie es mein jetziger unter Umständen tun wird:

Mehr zu cradle to cradle in einem Artikel von Braungart in der Taz und in einer Debatte bei Utopia.

Ich mache am 12.11.  Urlaub von Faircustomer. Trifft sich jemand mit mir zum Mittagessen auf der Messe?

update 15.3.2009:

Ein langes Porträt von Braungart und kurze Hinweise auf seine Kritiker von Peter Unfried in der taz (via utopia.de)

Update 13.05.09:

Eine gute Darstellung von Cradle to Cradle  auch im Blog “Nachhaltig leben”: “Cradle to Cradle Prinzip: Von der Natur lernen

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6 Antworten zu “Nutec in Frankfurt: Die erste Messe zum cradle to cradle Prinzip in Deutschland”

  1. Christoph Harrach sagt:

    Liebe Amei,

    sehr gerne würde ich mit Dir mittag essen :-) Ich komme wahrscheinlich erst am Mittowch gegen 13:00h zur Messe …

    LG
    Christoph

  2. Amei sagt:

    Wunderbar Christoph, ich maile Dich an und dann verabreden wir wann und wo! Und wenn es zeitlich eng wird, kann ja auch ein Kaffee daraus werden!
    Herzl. Grüße
    Amei

  3. Kai sagt:

    Guter Hinweis! Obwohl ich schon einiges rumgesucht habe, habe ich diese Messe noch nicht entdeckt. Cradle to Cradle ist total cool… wir von Filme für die Erde möchten nächstes Jahr dieses Thema breit bekannt machen in der Schweiz, welche auch hier weit zurückliegt :( Wir haben schon mal die paar wenigen Cradle to Cradle Dokus und Clips aus dem www zusammengetragen. Wer gerne in dieses faszinierende Thema einsteigen möchte, hierlang!

  4. Amei sagt:

    Die Messe ist eine (spontane) Reise wert, ich war gestern dort und schreibe dazu heute oder morgen noch. Aber vielleicht wird Prof. Braungart nächstes Jahr sogar nach Zürich kommen, ich weiss, dass das oebu ihn eingeladen hat….

  5. Faircustomer.ch» Blogarchiv » Die nächste industrielle Revolution? Von der nutec in Frankfurt sagt:

    [...] Angekündigt hatte ich die Messe nutec rund um das cradle to cradle Prinzip von Prof. Braungart und William MacDonough bereits und auch erklärt, worum es den beiden und inzwischen vielen anderen bei diesem Ansatz eigentlich geht. [...]

  6. Helmut sagt:

    Cradle to Cradle, das scheint mir vielversprechend. Denn wenn ich das lese: http://www.supashop.ch/news/ar.....er/100609/ dann macht das schon Sinn.

    So kommen wenigstens die Schadstoffe nicht in dei Umwelt

    Aber ich denke, dass auch “komplexe” Güter wie eben Lampen oder Computer ohne Gefahr wiederverwertbar sein können, wenn sie zum Ursprung zurück gehen.

    Auch die Langlebigkeit, resp. Ungiftigkeit wie z.B. von LED Leuchten dürfte für solche cradle to cradle Produkte ein Erfolgsfaktor sein.

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